Ein Orthopantomogramm zeigt alle Zähne und beide Kiefer auf einem einzigen Röntgenbild. Im Praxisalltag heißt das Orthopantomogramm meist kurz OPG oder Panoramaaufnahme. Dieser Ratgeber erklärt, was das Bild zeigt und wo seine Grenzen liegen. Danach geht es um Ablauf, Strahlendosis und Schwangerschaft.

Was ist ein Orthopantomogramm?
Gemeint ist eine Panoramaschichtaufnahme der Zähne und Kiefer. Dabei kreist ein Röntgenarm einmal um Ihren Kopf. Gleichzeitig läuft gegenüber ein digitaler Sensor mit. Das Orthopantomogramm erfasst so Ober- und Unterkiefer in einem flachen Bild. Ihre Zahnärztin sieht damit Zähne, Knochen und Nachbarstrukturen auf einen Blick.
Woher der Name Orthopantomogramm kommt
Der Begriff setzt sich aus griechischen Wortteilen zusammen. Sie beschreiben ein Schichtbild, das den ganzen Kieferbogen in einem Zug abbildet. Im Alltag sagt allerdings kaum jemand das ganze Wort. Auf Überweisungen steht deshalb oft nur OPG oder OPT. Gemeint ist immer dieselbe Orthopantomographie, also das Verfahren hinter dem Bild.
- Orthopantomogramm (OPG)
- Röntgen-Übersichtsaufnahme von außen, die alle Zähne und beide Kiefer in einem Bild zeigt.
- Bissflügelaufnahme
- Kleine Aufnahme im Mund, die die Kronen der Seitenzähne und Karies zwischen ihnen zeigt.
- Zahnfilm (Einzelbild)
- Aufnahme im Mund, die ein bis zwei Zähne bis zur Wurzelspitze darstellt.
- DVT (digitale Volumentomographie)
- Dreidimensionale Röntgenaufnahme für Implantatplanung und Nervnähe, mit höherer Dosis als ein OPG.
- Mikrosievert (µSv)
- Einheit der effektiven Dosis; 1000 Mikrosievert entsprechen einem Millisievert.
Wofür Zahnärzte ein Orthopantomogramm brauchen
Ein Orthopantomogramm zeigt, was der Mundspiegel nicht erreicht. Darauf erkennt die Zahnärztin verlagerte und noch nicht durchgebrochene Zähne. Ebenso sieht sie die Knochenhöhe, die Kiefergelenksregion und den Boden der Kieferhöhlen. Zysten und andere Veränderungen im Knochen fallen ebenfalls auf. Deshalb gehört das Orthopantomogramm oft zur ersten Untersuchung und zur OP-Planung.
Weisheitszähne und verlagerte Eckzähne
Untere Weisheitszähne liegen oft nah am Nervkanal, der Lippe und Kinn versorgt. Vor dem Entfernen der Weisheitszähne zeigt das Orthopantomogramm Lage, Wurzeln und Abstand zum Nerv. Bei verlagerten Eckzähnen plant das Team die Behandlung retinierter Zähne ebenso anhand des Orthopantomogramms. Liegt eine Wurzel direkt am Nerv, folgt manchmal zusätzlich eine DVT.
Implantate und Kieferorthopädie
Vor einem Einzelzahnimplantat liefert das Orthopantomogramm einen ersten Überblick über den Knochen. Für genaue Maße braucht es danach meist eine DVT. In der Kieferorthopädie zeigt das Orthopantomogramm bei Kindern, welche bleibenden Zähne nachrücken. Zudem lässt sich abschätzen, ob genug Platz vorhanden ist.
Wo das Orthopantomogramm an Grenzen stößt
Ein Orthopantomogramm presst einen gebogenen Kiefer in ein flaches Bild. Dabei geht feines Detail zugunsten des Überblicks verloren. Kleine Karies zwischen den Zähnen und frühe Veränderungen an der Wurzelspitze bleiben oft unsichtbar. Zudem ist das Bild leicht vergrößert und im Frontbereich manchmal unscharf. Für exakte Messungen reicht es deshalb allein nicht aus.
Bissflügelaufnahmen für Karies zwischen den Zähnen
Eine Bissflügelaufnahme liegt im Mund und zeigt die Seitenzähne aus der Nähe. Deshalb erkennt sie beginnende Karies zwischen den Zähnen deutlich besser. Geht es um eine einzelne Wurzel, hilft stattdessen ein Zahnfilm. Beide Aufnahmen dauern nur Sekunden. Oft kombiniert die Praxis sie daher mit einem Orthopantomogramm.
OPG, Bissflügel oder DVT: Welche Aufnahme wofür?
Das Orthopantomogramm ist die Landkarte, die DVT das 3D-Modell. Die Landkarte zeigt das ganze Gebiet bei geringer Dosis. Eine DVT misst dagegen Knochenbreite und Nervverlauf in drei Dimensionen. Bissflügelaufnahmen zeigen gezielt die Kontaktflächen der Seitenzähne. Jede Aufnahme beantwortet also eine andere Frage. Deshalb kombinieren Zahnärzte sie häufig.
| Aufnahme | Bildbereich | Typischer Einsatz | Effektive Dosis |
|---|---|---|---|
| Orthopantomogramm (digitaler Sensor) | Alle Zähne und beide Kiefer, 2D | Weisheitszähne, Knochenhöhe, Erstbefund | 14,2–30 µSv |
| Bissflügelaufnahme (einzeln, digital) | Kronen der Seitenzähne | Karies zwischen den Zähnen, Füllungsränder | 0,3–1,4 µSv |
| Bissflügelaufnahmen (vier Bilder) | Seitenzähne beider Seiten | Kariesvorsorge | 3,4–5 µSv |
| DVT, kleines Volumen (Erwachsene) | Ausgewählter Bereich, 3D | Implantatplanung, Zahn nahe am Nerv | 19–652 µSv |
| DVT, großes Volumen (Erwachsene) | Großteil des Gesichts, 3D | Umfangreiche OP-Planung | 68–1073 µSv |
Die Dosiswerte stammen aus Tabelle 1 des ADA-Berichts (2024) und schwanken je nach Gerät.
Wann sich eine DVT lohnt
Eine DVT lohnt sich bei Implantaten, die millimetergenaue Planung brauchen. Ebenso hilft sie, wenn ein verlagerter Zahn direkt am Nerv liegt. Das ADA-Panel rät allerdings von routinemäßigen DVT-Aufnahmen ab. Sie kommen erst infrage, wenn Aufnahmen mit geringerer Dosis keine Antwort liefern. Kurz gesagt: Das Orthopantomogramm kommt meist zuerst, die DVT nur bei Bedarf.
Kleines Volumen, kleinere Dosis
Laut demselben Bericht kann eine DVT das 10- bis 15-Fache herkömmlicher Zahnaufnahmen erreichen. Je größer das Volumen, desto höher die Dosis. Darum wählt die Praxis das kleinste Feld, das die Frage beantwortet.
So läuft die Aufnahme für das Orthopantomogramm ab
Die Aufnahme ist schmerzfrei und braucht keine Vorbereitung. Sie stehen am Gerät und beißen leicht auf eine kleine Aufbisshilfe. Dann halten Sie 12 bis 20 Sekunden still, während der Arm kreist. Insgesamt dauert der Termin für das Orthopantomogramm meist nur wenige Minuten. Das digitale Bild erscheint anschließend sofort auf dem Bildschirm.
- Zuerst legen Sie Ohrringe, Ketten, Brille, Haarspangen und herausnehmbaren Zahnersatz ab.
- Eine mögliche Schwangerschaft sprechen Sie vorher an.
- Sie treten an das Gerät und legen das Kinn auf die Stütze.
- Mit den Schneidezähnen beißen Sie leicht auf die Aufbisshilfe.
- Die Fachkraft richtet Neigung und Höhe Ihres Kopfes aus.
- Sie drücken die Zunge an den Gaumen und schließen die Lippen.
- Danach bleiben Sie still, bis der Arm seine Runde für das Orthopantomogramm beendet hat.
Warum der Schmuck ab muss
Metall blockiert Röntgenstrahlen, also hinterlassen Ohrringe helle Schatten über dem Kiefer. Ein Schatten an der falschen Stelle macht dann womöglich eine Wiederholung nötig. Das bedeutet zusätzliche Dosis ohne Nutzen. Feste Füllungen, Kronen, Implantate und Zahnspangen bleiben dagegen drin. Im Orthopantomogramm kann die Zahnärztin sie problemlos einordnen.
Wie hoch ist die Strahlenbelastung eines Orthopantomogramms?
Gering, aber nicht null. Das ADA-Expertenpanel nennt 2024 für eine digitale Panoramaaufnahme 14,2 bis 30 Mikrosievert. Als Vergleich dient der US-Durchschnitt von 3,1 Millisievert natürlicher Strahlung pro Jahr. Demnach entspricht ein Orthopantomogramm etwa 2 bis 3,5 Tagen natürlicher Strahlung. Trotzdem sollte jede Aufnahme eine echte Frage beantworten.
Digitale Panoramaaufnahme mit CCD-Sensor: 14,2–30,0 µSv, etwa 2–3,5 Tage natürliche Hintergrundstrahlung. DVT mit kleinem Volumen bei Erwachsenen: 19–652 µSv, etwa 2–77 Tage.
Benavides E et al., JADA 2024;155(4):280–293, Tabelle 1.
Bleischürze beim Orthopantomogramm: So handhaben wir es
Viele Patienten fragen nach einer Bleischürze. In unserer Praxis tragen Sie beim Orthopantomogramm eine schützende Bleischürze. Manche aktuelle Leitlinien halten den routinemäßigen Schutz allerdings nicht mehr für zwingend. Dazu zählen etwa das Expertenpanel der American Dental Association von 2024 und der Weltzahnärzteverband FDI. Zudem unterscheiden sich die Vorgaben von Land zu Land. Fragen Sie vor dem Orthopantomogramm also gern nach, wenn Sie etwas zum Schutz wissen möchten.
Schwanger? Vor dem Orthopantomogramm Bescheid geben
Ein Orthopantomogramm zielt auf die Kiefer, weit weg von der Gebärmutter. Die Dosis ist zudem gering. Trotzdem sollten Sie eine bestehende oder mögliche Schwangerschaft vorher ansprechen. In Deutschland ist diese Frage laut Bundesamt für Strahlenschutz sogar Pflicht. Aufschiebbare Aufnahmen warten meist bis nach der Geburt. Eine notwendige Aufnahme sollte laut FDI dennoch nicht unterbleiben.
Röntgenpass und frühere Aufnahmen mitbringen
Hat eine andere Praxis kürzlich ein Orthopantomogramm angefertigt, bringen Sie eine digitale Kopie mit. Ein aktuelles Bild kann eine neue Aufnahme dann überflüssig machen. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt dafür weiterhin den Röntgenpass. Darin lassen Sie jede Röntgenuntersuchung eintragen und vermeiden so doppelte Aufnahmen. Unser Ratgeber Zahngesundheit in der Schwangerschaft beantwortet weitere Fragen. Wer für eine Behandlung nach Istanbul reist, kann frühere Bilder vorab schicken.
Fragen rund um den Termin
Ist ein Orthopantomogramm dasselbe wie ein normales Zahnröntgen?
Darf ich vor dem OPG essen und trinken?
Ist das Gerät eng?
Dürfen Kronen und feste Zahnspange drinbleiben?
Dosis, Häufigkeit, Sicherheit: Ihre Fragen
Wie oft darf man ein OPG machen lassen?
Bekommen auch Kinder ein Orthopantomogramm?
Ist die Dosis einer DVT höher als die eines OPG?
Wann sehe ich das Bild?
Jetzt wissen Sie, was das Bild zeigt und wo seine Grenzen liegen. Ob Sie ein Orthopantomogramm brauchen, klären wir gern bei einer Untersuchung. Schreiben Sie uns über unsere Kontaktseite oder lernen Sie vorab unsere Zahnärzte kennen. Alle Leistungen finden Sie unter Behandlungen, weitere Artikel in unserem Ratgeber.
Verfasst von: Smile Group Klinikteam · Von unseren Zahnärzten geprüft · Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
Quellen: Benavides et al., JADA (2024) · BfS — Röntgen in der Schwangerschaft · BfS — Röntgenpass · FDI — Strahlenschutz · Bundeszahnärztekammer



