All-on-6-Implantate
Implantat-Behandlungen

All-on-6-Implantate

Wie viele Implantate für einen komplett zahnlosen Kiefer? Das gehört zu den Details, nach denen Patientinnen und Patienten bei der Behandlungsentscheidung am häufigsten fragen. Die Anordnung mit sechs Stützen ist eine Antwort darauf – ins Spiel kommt sie je nach Knochenangebot und Kaulast. Unter den Überschriften unten finden Sie nüchtern betrachtet, wie die Stützenzahl die Planung verändert, welche Schritte anstehen, welche Risiken bestehen und worin der Unterschied zur Vier-Implantat-Anordnung liegt.

All-on-6-Implantate
Was ist die All-on-6-Implantatbehandlung?
All-on-6 ist ein Behandlungskonzept, das alle Zähne eines Kiefers über eine einteilige, festsitzende Brücke auf sechs Implantaten wiederaufbaut. Die Titan-Implantatkörper werden gerade in den Knochen gesetzt; wo die Anatomie es verlangt, werden die hinteren Implantate anguliert. Geplant werden kann diese Anordnung für den Unterkiefer, den Oberkiefer oder beide Kiefer zusammen – sie gehört zu den Optionen unter dem Dach der Ganzkiefer-Implantatbehandlung.
Warum sechs Implantate statt vier?
Mit der Zahl der Stützen wächst die Zahl der Kontaktpunkte, die sich die Kaukraft teilen – bei sechs Stützen verteilt sich die Last auf sechs statt vier Implantatkörper, und das Freiendglied hinten fällt kürzer aus. Dieser Begriff bezeichnet den Abschnitt der Versorgung, der ungestützt hinter dem letzten Implantat liegt und beim Zubeißen auf Biegung belastet wird. In manchen Fällen ist genau dieser Unterschied der Grund, den Plan auf sechs Implantate zu lenken. Geht ein Implantat verloren, können die übrigen Stützen die Last kurzzeitig übernehmen – in den meisten Fällen muss die Brücke dennoch abgenommen, überarbeitet oder neu gefertigt werden. Knochendichte, Lage der Kieferhöhle und der Verlauf des Nervkanals im Unterkiefer sind die anatomischen Grenzen, die darüber entscheiden, ob sich sechs Implantatlager sicher vorbereiten lassen – gemessen wird das an den Schnittbildern der 3D-Aufnahme.
Für wen kommt die festsitzende Sechs-Stützen-Versorgung infrage?
Kandidaten sind Erwachsene, die alle Zähne verloren haben oder deren Restzähne nicht mehr funktionstüchtig sind. Bei Allgemeinerkrankungen wird eine Einschätzung der jeweiligen Fachrichtung eingeholt. Sechs Stützen kommen besonders in Betracht bei Kiefern mit Pressgewohnheit, bei natürlichen Zähnen oder festsitzendem Zahnersatz im Gegenkiefer und bei breitem hinterem Kieferbereich. Die Knochendichte muss sechs Implantatlager tragen können; bei begrenztem Volumen kann ein Sinuslift nötig werden. Auch Zahnfleischgesundheit und die tägliche Hygiene­routine fließen in die Eignung ein.
Wo unterscheiden sich Vier- und Sechs-Implantat-Anordnung?
Beide Techniken zielen auf eine festsitzende Versorgung für einen Kiefer. Der Unterschied liegt in der Stützenzahl und den Planungsbedingungen, die sie mitbringt. Bei der Vier-Implantat-Anordnung stehen zwei Implantate gerade und zwei anguliert; bei sechs steigt die Zahl der Implantatkörper auf sechs, verteilt über einen breiteren Bogenabschnitt. Auch die Anforderungen ans Knochenangebot unterscheiden sich: Die Vier-Implantat-Anordnung kommt mit begrenztem Knochen aus, die Sechs-Implantat-Anordnung braucht genug Höhe und Breite für alle sechs Lager. Länge des hinteren Freiendglieds: bei vier Implantaten länger, bei sechs kürzer. Die OP-Sitzung dauert mit sechs Implantaten in der Regel länger – zwei zusätzliche Lager, zwei zusätzliche Implantatkörper. Im Molarenbereich bieten sechs Implantate mehr Kontaktpunkte als vier. Auch die Kandidatenprofile unterscheiden sich: Die All-on-4-Behandlung kommt bei fortgeschrittenem Knochenabbau in Betracht, die Sechs-Implantat-Anordnung bei breiteren Bögen mit hoher erwarteter Kaulast. Keine Anordnung ersetzt die andere – beide erreichen dasselbe Ziel von unterschiedlichen anatomischen Ausgangspunkten.
Wie verlaufen die Behandlungsschritte?
Beim ersten Termin werden Mund untersucht und eine 3D-Aufnahme (DVT) angefordert. Daraus wird die Knochenhöhe gemessen, die Position der sechs Implantate wird digital geplant. Beim OP-Termin werden zunächst nicht erhaltungsfähige Restzähne entfernt, anschließend die Implantate unter örtlicher Betäubung gesetzt. Reicht die Primärstabilität, kann in derselben Sitzung ein festsitzendes Provisorium eingeplant werden – dieselbe Logik wie bei den Sofortimplantaten. Reicht sie nicht, wird die Belastung verschoben und die Einheilung abgewartet. Nach abgeschlossener Verwachsung folgt die Abformung, das Labor fertigt die endgültige Versorgung. Zum Schluss wird die Brücke auf die sechs Stützen geschraubt, der Biss kontrolliert und bei Bedarf die Last über feine Anpassungen an den Kontaktpunkten über den Bogen ausbalanciert.
Wie lange dauert der Prozess, und wann kommen die festen Zähne?
Der OP-Termin für einen Kiefer dauert meist einige Stunden. Das Provisorium kann noch am selben Tag oder binnen weniger Tage eingesetzt werden. Die Verwachsung der Implantate mit dem Knochen hängt von der Knochendichte ab und liegt typischerweise bei zwei bis vier Monaten im Unterkiefer und drei bis sechs Monaten im Oberkiefer. Sechs Stützen verlängern Abformungs- und Einprobephase, für die endgültige Versorgung werden daher einige Wochen eingeplant. Bei Kiefern mit vorausgegangenem Aufbau verlängert sich der Zeitplan um die Heilungszeit des Aufbaumaterials. Rauchen, Knochenqualität und Allgemeinzustand beeinflussen das Heilungstempo. In den meisten Fällen ist der gesamte Prozess innerhalb weniger Monate abgeschlossen.
Welche funktionellen Vorteile bietet die Sechs-Stützen-Versorgung?
Weil sie verschraubt ist, bleibt die feste Brücke im Mund und wird nicht vom Träger herausgenommen. Im Oberkiefer deckt eine implantatgetragene Brücke den Gaumen nicht ab; ein freier Gaumen kann für manche einen spürbaren Unterschied bei Geschmack und Sprechgewöhnung bedeuten. Da die Konstruktion nicht wandert, beißen Sie direkt über die Implantate. Weil Implantate den Knochen stimulieren, soll der Knochenabbau in zahnlosen Bereichen verlangsamt werden – das soll zugleich helfen, die Fülle im unteren Gesichtsdrittel zu bewahren. Haftcreme oder das nächtliche Herausnehmen entfallen bei der festen Brücke – die tägliche Pflegeroutine unterscheidet sich zwischen beiden Optionen deutlich.
Welche Risiken und Komplikationen können auftreten?
Wie jeder chirurgische Eingriff trägt auch diese Behandlung Risiken. In den ersten Tagen können Schwellung, Bluterguss und Kauschwierigkeiten auftreten; da sechs Lager vorbereitet werden, kann die Schwellung stärker ausfallen als bei vier Implantaten. Infektionen sind möglich, ebenso das Ausbleiben der Verwachsung. Ein früher Implantatverlust kommt vor; in dem Fall wird die Stelle ausheilen gelassen und der Plan neu bewertet. Die Nähe zu Kieferhöhle und Nervkanal im Unterkiefer kann die Empfindung verändern – meist vorübergehend, selten bleibend als Taubheit oder Kribbeln. Im Oberkiefer sind eine gerissene Sinusmembran, eine Kieferhöhlenentzündung oder ein in die Kieferhöhle verlagertes Implantat seltene, aber einkalkulierte Komplikationen. Bei Pressgewohnheit treten mechanische Probleme wie Schraubenlockerung und Kronenfraktur vergleichsweise oft auf. Lässt die Hygiene nach, können Zahnfleischrückgang und Entzündungen rund um das Implantat entstehen – langfristig keine Seltenheit, weshalb regelmäßige Kontrollen und gründliche Reinigung dazugehören.
In welchen Situationen wird diese Anordnung nicht geplant?
In Kiefern ohne ausreichendes Knochenvolumen für sechs Implantate wird die Anordnung nicht direkt eingesetzt – dann wird zunächst ein Knochenaufbau geplant oder auf eine andere Stützenzahl ausgewichen. Bei jungen Menschen mit unvollständigem Kieferwachstum wird ebenfalls nicht geplant. Zustände wie ein schlecht eingestellter Diabetes, eine unbehandelte fortgeschrittene Zahnfleischerkrankung und schwere Osteoporose erschweren die Heilung und werden vor dem Eingriff gesondert bewertet. Bei bestimmten Knochenmedikamenten oder nach Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich ist zusätzliche Abklärung nötig. Starkes Rauchen kann die Heilung beeinträchtigen. In der Schwangerschaft wird der Eingriff üblicherweise auf die Zeit nach der Geburt verschoben. Manche dieser Situationen sind vorübergehend – nach ihrer Lösung kann die Planung wieder aufgenommen werden.
Aus welchen Materialien wird die Versorgung gefertigt?
Gefertigt wird aus Zirkon, titanverstärktem Kunststoff oder Hybridkeramik. Zirkon kommt bei hohen ästhetischen Erwartungen in Betracht – dank Transluzenz und Oberflächenhärte –, während titansteggestützte Kunststoffversorgungen für ihr geringes Gewicht und die einfache Reparatur geschätzt werden. Da der Bogen hier länger ist, gehört die Steifigkeit des Gerüsts zu den Schlüsselfaktoren der Konstruktion. Bisslage, Lippenstütze und der Verlauf der Zahnfleischlinie fließen gemeinsam in die Wahl ein. Mehr zu Zirkonkronen auf unserer eigenen Seite.
Welche Pflege ist nötig, und wie viele Jahre kann die Versorgung halten?
In den ersten Tagen ist weiche Kost am besten, Hartes bleibt eine Weile außen vor. Rauchverzicht unterstützt die Heilung. Die tägliche Reinigung unter der Versorgung – mit Interdentalbürste, Munddusche und Superfloss – ist ein Hauptfaktor für gesundes Gewebe rund um die Implantate. Sechs Stützen bedeuten mehr Übergänge zum Reinigen; die tägliche Pflege dauert etwas länger. Empfohlen werden Kontrollen alle sechs Monate, bei Bedarf mit professioneller Zahnreinigung. Wie lange die Versorgung hält, ist individuell verschieden – abhängig von Mundhygiene, Knochenzustand, Pressgewohnheit und der Treue zu den Kontrollen. Die Suprastruktur kann mit der Zeit erneuert werden, die Implantate selbst können an Ort und Stelle bleiben. Schraubverbindungen und Bisslage werden bei den jährlichen Kontrollen überprüft.
Eine All-on-6-Planung kommt nicht ohne vorherige Beurteilung von Kieferknochen und Allgemeinzustand aus. Wie viele Implantate geplant werden, klärt sich erst nach klinischer Untersuchung und 3D-Bildgebung – vorher lässt sich zur Stützenzahl keine belastbare Aussage treffen. Für Details zum Ablauf oder einen Termin erreichen Sie uns über unsere Kontaktseite.
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