Das Zahnschema gibt jedem Zahn eine feste Nummer. Deshalb sind Befund, Röntgenbild und Heil- und Kostenplan eindeutig lesbar. Steht im Bericht „Zahn 36“, zeigt Ihnen das Zahnschema sofort, welcher Zahn gemeint ist. Dieser Ratgeber erklärt außerdem die Namen der Zähne, ihre Aufgaben und das Milchzahnschema.

Was ist das Zahnschema?
Ein Zahnschema ist eine Art Landkarte des Gebisses. Zahnärztinnen und Zahnärzte teilen den Mund dabei in vier Quadranten und nummerieren jeden Zahn. Es gibt mehrere Zahnschemata, doch in Deutschland gilt das FDI-Zahnschema nach DIN EN ISO 3950. Kurz gesagt: Zwei Ziffern genügen, um jeden der bis zu 32 Zähne zu benennen.
Warum ein einheitliches Zahnschema?
Ohne Zahnschema müsste man jeden Zahn umständlich beschreiben, etwa als „zweiten kleinen Backenzahn oben rechts“. Die Nummer 15 sagt dasselbe in zwei Ziffern. Deshalb verstehen Praxis, Labor, Kieferorthopädie und Krankenkasse dieselbe Angabe ohne Rückfrage. Gleichzeitig sinkt das Risiko, den falschen Zahn zu behandeln.
Was verraten die zwei Ziffern im Zahnschema?
Die erste Ziffer nennt den Quadranten, die zweite die Position ab der Mitte. Man zählt dabei immer aus Sicht des Patienten. Oben rechts ist 1, oben links 2, unten links 3, unten rechts 4. Innerhalb jedes Quadranten zählt das Zahnschema von 1 bis 8, also bis zum Weisheitszahn. Zahn 36 ist somit der erste große Backenzahn unten links.
Quadranten 5 bis 8 im Milchzahnschema
Für Milchzähne setzt das Zahnschema die Zählung mit 5 bis 8 fort, in derselben Reihenfolge. Zahn 55 ist daher der zweite Milchmolar oben rechts. Weil Kinder nur fünf Zähne pro Quadrant haben, endet die zweite Ziffer dort bei 5.
Mit diesen Schritten entschlüsseln Sie dann jede Angabe im Zahnschema:
- Zuerst die erste Ziffer prüfen: 1 bis 4 bedeutet bleibender Zahn, 5 bis 8 Milchzahn.
- Danach den Quadranten aus Patientensicht bestimmen, nicht aus Sicht des Gegenübers.
- Die zweite Ziffer von der Mitte nach hinten abzählen.
- Anschließend die Zahl der Zahngruppe zuordnen: 1–2 Schneidezahn, 3 Eckzahn, 4–5 Prämolar, 6–8 Molar.
- Buchstaben neben der Nummer beachten, denn sie bezeichnen die betroffene Zahnfläche.
- Unklare Angaben notieren und beim nächsten Termin nachfragen.
Welche Zähne gibt es? Namen und Aufgaben im Überblick
Das bleibende Gebiss kennt vier Zahngruppen: Schneidezähne, Eckzähne, Prämolaren und Molaren. Die hintersten Molaren heißen Weisheitszähne. Wer die Namen der Zähne kennt, versteht das Zahnschema schneller. Denn jede Gruppe hat ihre eigenen Ziffern. Insgesamt fasst die Tabelle Anzahl, Lage, Aufgabe und Ziffer im Zahnschema zusammen.
| Zahngruppe | Anzahl beim Erwachsenen | Lage | Aufgabe | Zweite Ziffer im FDI-Schema |
|---|---|---|---|---|
| Schneidezähne (mittlere und seitliche) | 8 | Ganz vorn, 4 pro Kiefer | Abbeißen; Laute wie „f“ und „s“ formen | 1, 2 |
| Eckzähne (Canini) | 4 | An den Ecken des Zahnbogens | Festhalten und Zerreißen; Führung bei Seitwärtsbewegungen | 3 |
| Kleine Backenzähne (Prämolaren) | 8 | Zwischen Eckzahn und Molaren | Zerkleinern und Zerquetschen | 4, 5 |
| Große Backenzähne (Molaren) | 8 | Im hinteren Kieferbereich | Zermahlen; Hauptlast beim Kauen | 6, 7 |
| Weisheitszähne (dritte Molaren) | 0–4 | Ganz hinten im Zahnbogen | Kauen, falls vollständig durchgebrochen; oft verlagert | 8 |
| Gesamt | 28–32 | Ober- und Unterkiefer | – | – |
Warum fehlen manchen Erwachsenen Zähne im Zahnschema?
Vollständig sind es 32 Zähne, je 16 im Ober- und Unterkiefer. Allerdings legt nicht jeder Mensch alle vier Weisheitszähne an, und manche lassen sie entfernen. Ein Gebiss mit 28 Zähnen ist deshalb völlig normal. Im Zahnschema bleiben die Positionen 18, 28, 38 und 48 dann einfach frei.
Eine große Metaanalyse hat untersucht, wie oft Weisheitszähne gar nicht angelegt sind.
„Die weltweite Rate der Nichtanlage lag bei 22,63 % (95-%-Konfidenzintervall: 20,64 % bis 24,76 %).“
Carter und Worthington, Metaanalyse von 92 Studien, Journal of Dental Research (2015)
Verlagerte oder störende Weisheitszähne bespricht unsere Seite Weisheitszähne entfernen. Fehlt dagegen ein Backenzahn weiter vorn, kann ein Einzelzahnimplantat oder eine Brücke die Lücke schließen.
Schneidezähne und Eckzähne im Zahnschema
Die Ziffern 1 und 2 im Zahnschema gehören den Schneidezähnen, die Ziffer 3 dem Eckzahn. Zusammen bilden sie die Front, die man beim Lächeln sieht. Zahn 11 ist also der mittlere obere Schneidezahn rechts, Zahn 13 der obere rechte Eckzahn. Weil sich ihre Formen deutlich unterscheiden, lassen sich diese Gruppen am leichtesten auseinanderhalten.
Schneidezähne: abbeißen und sprechen
Mit ihren dünnen, scharfen Kanten beißen Schneidezähne Nahrung ab. Zudem stützen sie die Lippen und helfen bei Lauten wie „f“ und „s“. Dabei sind die oberen mittleren Schneidezähne die breitesten der Gruppe.
Eckzähne: stabile Ecken des Gebisses
Dank besonders langer Wurzeln sitzen Eckzähne fest im Kiefer. Schiebt man den Unterkiefer zur Seite, führen sie dabei oft die Bewegung und schonen so die Backenzähne. Deshalb achten Kieferorthopäden genau auf ihre Lage; ein verlagerter Eckzahn gehört häufig zur Planung einer Zahnspange. Im Zahnschema erkennen Sie Eckzähne immer an der Endziffer 3.
Backenzähne im Zahnschema: Prämolaren, Molaren, Weisheitszähne
Hinter jedem Eckzahn folgen zwei Prämolaren mit den Ziffern 4 und 5. Danach kommen die großen Backenzähne oder Molaren mit 6 und 7. Den Abschluss bildet der Weisheitszahn mit der 8 im Zahnschema. Deshalb nennen ihn viele Praxen einfach „Achter“. Diese Seitenzähne leisten den Großteil der Kauarbeit.
Prämolaren: die Zerkleinerer
Diese Zähne übernehmen die Nahrung von den Eckzähnen und zerkleinern sie, bevor die Molaren sie zermahlen. Die meisten haben eine Wurzel, der erste obere Prämolar allerdings oft zwei. Kinder haben dagegen keine Prämolaren, denn diese Zähne ersetzen erst später die Milchmolaren.
Molaren und der Sechsjahrmolar
Der erste bleibende Molar bricht mit etwa sechs Jahren hinter den Milchzähnen durch. Weil er keinen Milchzahn ersetzt, halten ihn Eltern oft für einen Milchzahn. Dabei muss er ein Leben lang halten und trägt viel Kaulast. Seine tiefen Fissuren sind kariesanfällig, daher empfehlen Zahnärzte häufig eine Versiegelung. Im Zahnschema trägt er die Nummern 16, 26, 36 und 46.
Wie viele Wurzeln haben Molaren?
Obere Molaren haben meist drei Wurzeln, untere meist zwei. Das hilft bei der Planung einer Wurzelbehandlung, allerdings variiert die Zahl von Mensch zu Mensch. Erst das Röntgenbild zeigt die tatsächliche Anatomie.
Wie ist ein Zahn aufgebaut?
Egal welche Nummer ein Zahn im Schema der Zähne trägt, sein Aufbau folgt immer demselben Prinzip. Außen schützt zuerst der Zahnschmelz die Krone, darunter liegt das Dentin. Im Inneren enthält schließlich die Pulpa Nerven und Blutgefäße. An der Wurzel verankert Wurzelzement die Fasern, die den Zahn im Kieferknochen halten.
- Zahnschmelz
- Härteste Substanz des Körpers; er überzieht die Krone und wächst nicht nach.
- Dentin
- Gelbliche Schicht unter dem Schmelz mit feinen Kanälchen; liegt sie frei, reagiert der Zahn oft empfindlich.
- Pulpa
- Weiches Zahninneres mit Nerven und Blutgefäßen; bei einer Entzündung kann eine Wurzelbehandlung nötig sein.
- Wurzelzement
- Dünne Schicht auf der Wurzeloberfläche, an der die Haltefasern des Zahnes ansetzen.
- Quadrant
- Ein Viertel des Gebisses; die erste Ziffer der FDI-Nummer gibt ihn an.
Krone, Zahnhals und Wurzel
Sichtbar ist nur die Krone, die Wurzel steckt im Kiefer. Dazwischen liegt der schmale Zahnhals. Zu kräftiges Putzen kann diesen Bereich jedoch abnutzen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zu abgenutzten Zähnen. Im Befund ergänzen Buchstaben hinter der Nummer im Zahnschema die betroffene Fläche.
Milchzähne im Zahnschema
Kinder haben 20 Milchzähne: pro Kiefer vier Schneidezähne, zwei Eckzähne und vier Milchmolaren. Prämolaren und Weisheitszähne fehlen also noch. Im Zahnschema tragen Milchzähne die Quadranten 5 bis 8, ihre Nummern reichen daher von 51 bis 85. Ab etwa sechs Jahren fallen sie nach und nach aus. Die letzten fallen laut ADA meist mit zehn bis zwölf Jahren aus.
Milchzähne als Platzhalter
Sie halten den Platz für die bleibenden Zähne frei. Geht einer zu früh verloren, können Nachbarzähne in die Lücke wandern. Dann setzt die Zahnärztin oder der Zahnarzt bei Bedarf einen Lückenhalter ein.
Fragen zum Zahnschema im Befund
Wie finde ich Zahn 37 im eigenen Mund?
Warum heißen Weisheitszähne auch Achter?
Zählt man aus meiner Sicht oder aus Sicht der Praxis?
Was ist ein Zwölfjahrmolar?
Zahnschema und Behandlung: weitere Fragen
Was bedeutet ein leeres Feld bei 18 oder 48?
Was bedeuten Buchstaben wie m, d oder o neben der Zahnnummer?
Wofür steht „regio“ vor einer Zahnnummer?
Mit dem Zahnschema verstehen Sie jeden Befund und jeden Kostenplan leichter. Fragen zu Ihrem Zahnschema beantwortet das Smile Group Team gern; nutzen Sie dafür unsere Kontaktseite. Einen Termin vereinbaren Sie direkt bei unseren Zahnärztinnen und Zahnärzten in Şişli, Istanbul. Weitere Themen finden Sie unter Behandlungen und in unserem Ratgeber.
Verfasst von: Smile Group Klinikteam · Von unseren Zahnärzten geprüft · Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
Quellen: Bundeszahnärztekammer – Für Patienten · DGZMK – Zahnmedizinische Patienteninformationen · DIN EN ISO 3950:2016 – Bezeichnungssystem für Zähne · Carter und Worthington (2015) · FDI World Dental Federation



