Wer gegen eine Zahnfleischentzündung was tun will, beginnt am besten mit der Zahnbürste. Blutet das Zahnfleisch beim Putzen oder ist es gerötet, steckt meist Zahnbelag dahinter. Im frühen Stadium heilt die Entzündung vollständig aus, deshalb lohnt schnelles Handeln. Dieser Ratgeber zeigt, was tun bei Zahnfleischentzündung wirklich hilft und wann Sie in die Praxis sollten.

Bei Zahnfleischentzündung was tun? Die ersten Schritte zu Hause
Entfernen Sie den Belag am Zahnfleischrand jeden Tag gründlich. Putzen Sie zweimal täglich zwei Minuten mit fluoridhaltiger Zahnpasta. Danach reinigen Sie die Zwischenräume einmal am Tag. Dann klingt die Blutung meist innerhalb weniger Wochen ab. Harter Zahnstein bleibt allerdings haften, deshalb gehört eine professionelle Reinigung oft dazu.
Bakterien als Auslöser
Zuerst bildet sich auf den Zähnen ein klebriger Bakterienfilm, die Plaque. Bleibt er am Zahnfleischrand liegen, reagiert das Gewebe mit einer Entzündung. Danach lagert die Plaque Mineralien aus dem Speichel ein und verhärtet zu Zahnstein. Dessen raue Oberfläche bietet neuen Bakterien Halt, daher verstärkt sich der Kreislauf. Entzündetes Zahnfleisch kann außerdem Mundgeruch verursachen; weitere Ursachen erklärt unsere Seite zu Mundgeruch.
Risikofaktoren im Überblick
Rauchen, Diabetes und hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft erhöhen das Risiko. Ebenso können bestimmte Medikamente das Zahnfleisch wuchern lassen oder den Mund austrocknen. Stress wirkt indirekt, weil die Mundpflege dann oft leidet. Rauchen verengt zudem die Gefäße, sodass entzündetes Zahnfleisch kaum blutet. Wer zu diesen Gruppen gehört, sollte besonders früh gegen die Zahnfleischentzündung was tun.
- Plaque
- Weicher, klebriger Bakterienbelag, der sich täglich neu auf den Zähnen und am Zahnfleischrand bildet.
- Zahnstein
- Durch Mineralien aus dem Speichel verhärtete Plaque, die nur mit professionellen Instrumenten zu entfernen ist.
- Gingivitis
- Auf das Zahnfleisch begrenzte Entzündung ohne Knochenabbau, die bei guter Plaquekontrolle ausheilt.
- Parodontitis
- Fortgeschrittenes Stadium, in dem die Entzündung Haltefasern und Kieferknochen zerstört.
- Sondierungsblutung
- Blutung, die auftritt, wenn die Zahnärztin oder der Zahnarzt mit einer feinen Sonde die Zahnfleischtasche misst; klinisches Zeichen der Entzündung.
Gingivitis und Parodontitis: Was der Knochen verrät
Entscheidend ist der Knochen. Bei einer Gingivitis bleibt die Entzündung auf das Zahnfleisch begrenzt, der Kieferknochen ist also intakt. Eine Parodontitis greift jedoch auf den Zahnhalteapparat über und baut Knochen ab. Deshalb heilt eine Gingivitis vollständig aus, während die Parodontitistherapie vor allem das Fortschreiten stoppt.
| Merkmal | Gingivitis | Parodontitis |
|---|---|---|
| Betroffenes Gewebe | Nur Zahnfleisch | Zahnfleisch, Haltefasern und Kieferknochen |
| Blutung | Häufig beim Putzen | Häufig; bei Rauchern oft verdeckt |
| Knochenabbau | Nein | Ja, im Röntgenbild sichtbar |
| Lockere Zähne | Nein | In späten Stadien möglich |
| Heilbar? | Ja, vollständig | Verlorener Halt wächst nicht nach |
| Behandlung | Mundhygiene und Zahnreinigung | Reinigung unter dem Zahnfleisch, teils Chirurgie, Nachsorge |
Sondierung und Röntgenbild
Zuerst misst eine feine Sonde die Tiefe der Zahnfleischtaschen und vermerkt jede Blutung. Bei Bedarf zeigt anschließend ein Röntgenbild den Knochenverlauf. Nach der Klassifikation von 2017 liegt ohne Knochenabbau eine Gingivitis vor, sobald mindestens 10 % der Messstellen bluten (Trombelli et al., 2018). Ob Sie selbst gegen die Zahnfleischentzündung was tun können, hängt also vom Stadium ab. Wünsche zum Aussehen des Zahnfleischrands besprechen Sie erst nach dem Abklingen, etwa bei der Zahnfleischästhetik.
Richtig putzen: Technik schlägt Kraft
Was bei einer Zahnfleischentzündung zu tun ist, geschieht vor allem am Waschbecken. Putzen Sie sanft entlang des Zahnfleischrands und reinigen Sie täglich die Zahnzwischenräume. Das Gewebe erholt sich dann, und die Blutung lässt meist innerhalb weniger Wochen nach. Putzen Sie weiter, auch wenn es anfangs blutet, denn Blut zeigt Entzündung an.
Wer gegen die Zahnfleischentzündung was tun möchte, hält sich an diese Schritte:
- Zuerst putzen Sie zweimal täglich zwei Minuten mit fluoridhaltiger Zahnpasta.
- Halten Sie den Bürstenkopf schräg, etwa 45 Grad zum Zahnfleischrand, und rütteln Sie sanft.
- Danach reinigen Sie einmal täglich die Zwischenräume mit Interdentalbürste oder Zahnseide.
- Arbeiten Sie mit leichtem Druck, denn kräftiges Schrubben schädigt den Zahnfleischrand.
- Tauschen Sie die Zahnbürste spätestens nach drei Monaten aus.
- Schließlich lohnt es sich, das Rauchen zu reduzieren oder ganz aufzugeben.
Zwischenräume: Bürstchen schlägt oft Faden
Die Breite der Zwischenräume entscheidet. Wo eine Interdentalbürste ohne Druck hineinpasst, entfernt sie meist mehr Belag als Zahnseide. Für sehr enge Kontakte bleibt Zahnseide allerdings die bessere Wahl. Eine Cochrane-Übersicht mit 35 Studien stützt diesen Ansatz (Worthington et al., 2019). Danach können Zahnseide oder Interdentalbürsten zusätzlich zum Putzen die Entzündung stärker senken als Putzen allein.
Größe testen statt raten
Lassen Sie die Größen beim nächsten Termin in der Praxis bestimmen. Eine gute Bürste gleitet ohne Kraft hinein, dreht sich aber nicht lose. Vorne und hinten braucht man oft verschiedene Größen. Hakt oder schmerzt eine Bürste, dann wählen Sie die nächstkleinere.
Mundspülung und Hausmittel auf dem Prüfstand
Eine Mundspülung kann die Reinigung unterstützen, aber nicht ersetzen. Chlorhexidin-Lösungen haben ihren Platz, wenn die Praxis sie für kurze Zeit empfiehlt. Viele suchen nach Hausmitteln, wenn sie bei einer Zahnfleischentzündung was tun wollen. Natron, Zitrone und Essig sind jedoch scheuernd oder sauer, deshalb raten wir davon ab.
Chlorhexidin: kurz und gezielt
Die Praxis empfiehlt solche Spülungen zum Beispiel nach einer Tiefenreinigung oder wenn Putzen vorübergehend schwerfällt. Gegen Plaque wirken sie zwar gut, beim Zahnfleisch selbst fällt die Bilanz aber bescheidener aus.
„In 51 Studien mit 5.345 Teilnehmenden senkten Chlorhexidin-Spülungen den Zahnbelag deutlich. Der Zusatznutzen bei leichter Gingivitis blieb allerdings klein, Verfärbungen der Zähne nahmen dagegen spürbar zu.“
James et al., Cochrane Database of Systematic Reviews (2017)
Nutzen Sie die Spülung deshalb nur so lange, wie Ihre Praxis es vorgibt.
Lieber nicht: Natron, Zitrone, Essig
Natron wirkt abrasiv und kann Zahnschmelz und Zahnfleisch beim kräftigen Reiben angreifen. Zitronensaft und Essig enthalten Säure, die den Schmelz aufweicht. Salzwasser mag angenehm sein, entfernt aber keine Plaque. Kurz gesagt: Wirksam ist zu Hause vor allem die mechanische Reinigung.
Professionelle Zahnreinigung: der Neustart fürs Zahnfleisch
Hat sich Plaque erst zu Zahnstein verhärtet, hilft keine Zahnbürste mehr. Bei der professionellen Zahnreinigung entfernt das Praxisteam Beläge über und knapp unter dem Zahnfleischrand. Anschließend glättet und poliert es die Oberflächen. Folglich findet neue Plaque weniger Halt, und Ihre Pflege zu Hause wirkt besser.
Die ersten Tage danach
Ein bis zwei Tage kann das Zahnfleisch empfindlich sein. Auch kälteempfindliche Zähne sind möglich, aber das legt sich meist schnell. Gleichzeitig geht die Schwellung zurück, und die Blutung lässt nach. Bei hartnäckiger Zahnfleischentzündung was tun? Die Antwort lautet: saubere Oberflächen und tägliche Pflege.
Selbsthilfe mit Grenzen: Hier ist die Praxis gefragt
Mit konsequenter Pflege bessert sich eine Gingivitis meist innerhalb weniger Wochen. Antibiotika sind dabei keine Routinebehandlung, denn die Ursache ist Plaque. Lassen Sie sich trotzdem untersuchen, wenn die Blutung anhält, das Zahnfleisch zurückgeht oder Zähne sich locker anfühlen. Dann steckt womöglich eine Parodontitis dahinter, und selbst gegen eine Zahnfleischentzündung was tun reicht nicht mehr.
Notfall oder nicht?
Schwellungen im Gesicht, Fieber, Eiter oder starke Schmerzen dulden keinen Aufschub, denn die Infektion könnte sich ausbreiten. Wächst die Schwellung schnell oder erschwert sie das Schlucken, gehen Sie direkt in die Notaufnahme. Ebenso sollten Sie eine nicht abheilende Wunde oder rote und weiße Flecken im Mund abklären lassen. Andere Ursachen von Blutungen beschreibt unsere Seite zum Zahnfleischbluten.
Wenn Hormone, Zucker oder Nikotin mitspielen
In der Schwangerschaft reagiert das Zahnfleisch stärker auf Plaque, deshalb zählt gründliche Pflege doppelt. Was dabei sicher ist, erklärt unser Ratgeber zur Zahngesundheit in der Schwangerschaft. Diabetes und Zahnfleisch beeinflussen sich zudem gegenseitig. Rauchen verzögert die Heilung, daher unterstützt ein Rauchstopp die Behandlung direkt. Fragen zur allgemeinen Gesundheit besprechen Sie außerdem mit Ihrer Hausarztpraxis oder der zuständigen Fachrichtung.
Blutung, Parodontitis und Rauchen: Ihre Fragen
Ab wann sollte das Bluten aufhören?
Woran erkenne ich, dass es schon Parodontitis ist?
Kann Rauchen eine Zahnfleischentzündung verdecken?
Kann ich eine Interdentalbürste mehrmals benutzen?
Bei Zahnfleischentzündung was tun zu Hause? Hausmittel, Kontrolle und Schwangerschaft
Welche Hausmittel sollte ich meiden?
Brauche ich eine professionelle Zahnreinigung?
Wie oft sollte ich mein Zahnfleisch kontrollieren lassen?
Zahnfleischentzündung was tun in der Schwangerschaft?
Wer bei einer Zahnfleischentzündung was tun will, hat die wichtigsten Werkzeuge selbst in der Hand. Dazu gehören Zahnbürste, Interdentalbürste und regelmäßige Zahnreinigung. Blutet das Zahnfleisch nach einigen Wochen noch, kontaktieren Sie unser Team oder vereinbaren Sie einen Termin bei unseren Zahnärzten in Şişli, Istanbul. Weitere Leistungen finden Sie unter Behandlungen.
Verfasst von: Smile Group Klinikteam · Von unseren Zahnärzten geprüft · Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026
Quellen: gesund.bund.de — Zahnfleischentzündung und Parodontitis · Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) · James et al., Cochrane (2017) · Worthington et al., Cochrane (2019) · Trombelli et al., J Clin Periodontol (2018) · Chapple et al., J Clin Periodontol (2015)



